Wenn Träume fliegen lernen

„Ich heiße Osama, bin Syrier und musste mein Land wegen der Diktatur und des Kriegs verlassen. Ich bin wie viele Jugendliche meines Alters, ich interessiere mich für viele Dinge, aber vor allem für Geschichte, denn für mich ist Geschichte das Einzige, das nicht gelöscht werden kann. Das DFJW hat sich im Laufe der Jahre immer dafür eingesetzt, die deutsch-französischen Beziehungen nach zwei schrecklichen Kriegen zu stärken und meiner Meinung nach ist es gelungen, Hass in Liebe zu verwandeln. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit. Durch die Teilnahme an der Reise nach Cannes könnte ich Neues entdecken, weiter vorankommen, zwei Sprachen sprechen, Deutsch und Französisch […]. Dieses Schreiben ist mehr als nur ein Bewerbungsschreiben für mich, es spiegelt mein heutiges Leben wider und steht für das, was ich bin.“

Auch für uns war dieses Schreiben mehr als ein Bewerbungsschreiben! Der Schüler des Lycée Henri Bergson in Paris hat uns Einblick in sein Leben gegeben, seine Wünsche und Sehnsüchte gezeigt und uns gleichzeitig darin bestärkt, Projekte wie den Filmworkshop ins Leben zu rufen. Denn Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammenzuführen, interkulturellen Austausch zu ermöglichen, Interessen zu stärken und Träume wahr werden zu lassen, das ist unsere Motivation beim DFJW!

Dass Kino auch eine Ausdrucksform sein kann, bestätigt uns Paula vom Hölty-Gymnasium in Wunsdorf. Für sie ist „ein Film […] als eine Art Kunst betrachtbar, geschaffen von verschiedenen Leuten, entstanden aus einer einzelnen Idee.“ Zudem macht es ihr Spaß, „gewisse Filmszenen zu interpretieren und zu versuchen herauszufinden, was der Regisseur beispielsweise in dieser einen gewissen Einstellung in einer Szene zeigen wollte“.

Paula ist auf jeden Fall in guter Gesellschaft, denn die Vorliebe für die große Leinwand haben auch andere Teilnehmer für sich entdeckt. Die begeisterten Frankreichfans Catharina Luisa und Alina von der Goetheschule in Hannover zum Beispiel haben bereits am Projekt KINEMA 2015 teilgenommen, das ihr Interesse für Kino gestärkt hat. Auch Maximilien vom Lycée Henri Bergson kann dank seiner Teilnahme am Filmworkshop „seine Leidenschaft leben und die Kulissen dieses großen Festivals entdecken“. Denn für den Schüler ist Cannes „der zweitgrößte Traum nach den Oscars“. Sein Klassenkamerad Julien nahm bereits an einer Reise des DFJW nach Tübingen, zu den Französischen Filmtagen, teil und möchte seitdem „später gern in diesem Bereich arbeiten.“

Ikrame und Camélia aus Marseille nehmen teil, um andere Jugendliche kennenzulernen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und an ihrer mündlichen Ausdrucksweise zu arbeiten. Und für Vicky und Neval vom Gymnasium in Rinteln ist es einfach eine tolle Möglichkeit, „einen neuen Einblick in die Filmkunst zu erhalten und Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern“.

Wir freuen uns schon, alle 20 Teilnehmer näher kennenzulernen. Ihr auch? Dann sehen wir uns Dienstag auf unserem Blog wieder!

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